Bootsrevier Bielersee

Bootsrevier Bielersee

Der Bielersee liegt am Fuss des Juras zwischen Biel und Erlach — mit sieben aktiven Bootsschulen rund um Biel, Nidau und Twann eines der belebteren Reviere der Westschweiz.

Ausbildung findet hier für Kategorie A (Motorboot) und Kategorie D (Segelboot) statt, die meisten Schulen sind im Bieler Seebecken und in Nidau zu Hause, eine weitere in Twann am Nordufer.

Der Bielersee ist über den Nidau-Büren-Kanal mit der Aare und über den Zihlkanal mit dem Neuenburgersee verbunden — wer die Erweiterung aufs "Drei-Seen-Land" plant, startet oft hier mit der Ausbildung.

Ankerplätze

Die St. Petersinsel bei Erlach ist das klassische Bootsziel auf dem Bielersee: eigentlich eine Halbinsel, durch einen künstlichen, für Boote befahrbaren Durchstich beim Hafen Erlach vom Festland getrennt. Zwei Anlegestellen — Petersinsel Nord und Süd — nehmen Boote auf, von dort sind es nur wenige Schritte zum ehemaligen Klostergebäude, in dem heute die Inselwirtschaft Reben, Wein aus dem eigenen, von den Mönchen einst angelegten Rebberg und regionale Küche serviert.

Die Insel liegt mitten im Naturschutzgebiet der Bielerseebucht — wer anlegt, bleibt auf den markierten Wegen und hält sich an die ausgeschilderten Schutzzonen für Vögel und Pflanzen entlang des Ufers.

Veranstaltungen auf dem Wasser

Seit über 25 Jahren gehört das Feuerwerk "Big Bang" am Abend des 31. Juli zu den grössten Pyroshows der Schweiz — rund 100'000 Besucher:innen verfolgen es traditionell von den Seebecken zwischen Biel und Nidau aus, mit Spezialeffekten wie leuchtenden "Wasserbomben" direkt auf der Seeoberfläche. In den letzten Jahren ist das Fest allerdings wiederholt ausgefallen (Pandemie, Waldbrandgefahr) — vor einer Tour mit dem eigenen Boot lohnt sich ein Blick auf den aktuellen Stand.

Findet es statt, lohnt sich frühzeitiges Ankern ausserhalb der Sperrzonen vor Biel und Nidau — an diesem Abend ist deutlich mehr Verkehr auf dem Wasser als sonst.

Wind & Wetter

Der Bielersee liegt am Jurasüdfuss und gehört damit zu den windreichsten Gewässern der Schweiz. Prägend ist der Joran, ein thermischer Jura-Fallwind, der den Hauptjurakamm überquert und sich am Südfuss teilt — ein Ast weht Richtung Nordost in die Kantone Solothurn und Aargau, der andere Richtung Süden zum Genfersee. Dazu kommt die Bise aus Ost bis Nordost, die am Südufer eher böig auffrischt, weiter westlich auf dem See aber gleichmässiger und stärker weht.

Ergänzt wird das Ganze durch einen oft etwas böigen Südwestwind — zusammen macht das den Bielersee zu einem der verlässlicheren Segelreviere der Westschweiz, aber auch zu einem, auf dem Wind und Wetter schneller umschlagen können als der ruhige erste Eindruck vermuten lässt.

Infrastruktur

Mehrere Werften rund um den See bieten Kran und Slipanlage für den Eigentransport an, teils mit Tankstelle direkt am Hafen.

Biel, Strandbad-Hafen — Bootskran bis 3 Tonnen; für schwerere Boote empfiehlt sich der Kran im Barkenhafen Nidau.
Nidau, Barkenhafen — Krananlage für grössere/schwerere Boote als am Strandbad-Hafen Biel, dazu diverse Trocken- und Hallenplätze.
Erlach — Zwei Werften mit eigenem Kran — Werft Faul Erlach AG und Werft Rohn Erlach AG — direkt beim rund 450 Liegeplätze grossen Hafen, inkl. Werkstatt und Bootszubehör.
Erlach, Werft Faul — Bootstankstelle direkt bei der Werft, einzige bekannte Tankmöglichkeit auf dem Wasser am Bielersee.

Regeln auf dem Bielersee

Auf Schweizer Seen gelten unabhängig vom Revier einige gesamtschweizerische Grundregeln: Innerhalb der inneren Uferzone (150 m vom Ufer) ist auf höchstens 10 km/h zu drosseln, Längsfahrten mit dem Motorboot sind dort nicht erlaubt. Es gilt zudem eine klare Vortrittsordnung: Kursschiffe (grüner Ball bzw. grünes Rundumlicht) haben immer Vorrang, danach folgen Güterschiffe, Berufsfischer (gelber Ball), Segelschiffe und erst danach Motorboote sowie Wind- und Kitesurfer. Für ein Motorboot mit mehr als 6 kW (8 PS) oder ein Segelboot mit mehr als 15 m² Segelfläche ist ausserdem ein gültiger Schiffsführerausweis Pflicht, und seit April 2025 gilt eine Melde- und Reinigungspflicht beim Wechsel zwischen verschiedenen Gewässern, um die Ausbreitung invasiver Arten wie der Quaggamuschel einzudämmen.

Rund um die St. Petersinsel gilt besondere Vorsicht: Das Gebiet ist Naturschutzzone, Anlegen nur an den beiden offiziellen Anlegestellen Nord und Süd, der künstliche Durchstich zum Festland bei Erlach ist schmal und sollte mit entsprechend reduzierter Geschwindigkeit befahren werden.