Der Lago Maggiore ist das mediterrane Bootsrevier der Schweiz — nur der Nordteil um Locarno, Ascona, Minusio und Brissago liegt auf Schweizer Boden, der grössere Rest des Sees gehört zu Italien.
Schulen wie Lupo Sailing in Brissago, die Scuola Nautica Sonia in San Nazzaro oder die Maggiore Lake Nautical School in Minusio bilden für Kategorie A (Motorboot) und Kategorie D (Segelboot) aus. Die subtropische Vegetation am Ufer und das mediterrane Klima machen das Tessiner Seebecken zu einem der landschaftlich auffälligsten Reviere der Schweiz.
Weil der See grenzüberschreitend ist, gilt auf dem ganzen Gewässer — auch auf italienischer Seite — eine Kennzeichnungspflicht für Boote über 2.5 Meter Länge. Wer auf Schweizer Seite unterwegs ist, braucht einen gültigen Schiffsausweis; bei einem Aufenthalt von mehr als einem Monat kommen eine Liegeplatzbewilligung und eine jährliche Steuer des Kantons Tessin dazu.
Ausgangspunkte für Fahrstunden sind meist Locarno, Ascona, Minusio oder Brissago — alle vier liegen an der S-Bahn-Linie am Nordufer und sind auch ohne Auto gut erreichbar.
Die Isole di Brissago liegen mitten im See, nur eine kurze Fahrt von Ascona oder Brissago entfernt — zwei kleine Inseln, von denen die grössere einen botanischen Garten mit über 1700 Pflanzenarten aus allen fünf Kontinenten auf nur 2.5 Hektar beherbergt. Subtropische Palmen, Bambushaine und Lotusteiche mitten auf einem Schweizer See wirken fast surreal.
Auf der Insel liegt im historischen "Haus zu den zwei Raben"-Pendant Tessins, dem Gebäude von 1927, die Inselwirtschaft Ufnau — hier heisst sie Inselrestaurant, mit Terrasse zwischen subtropischer Vegetation und Tessiner Küche. Offizielle Angaben zu Ankerplätzen direkt bei der Insel waren nicht auffindbar; wer mit dem eigenen Boot hinfährt, sollte sich vorher bei der Hafenverwaltung Ascona oder Brissago nach geeigneten Stellen erkundigen, statt wild zu ankern.
Am 1. August verwandelt sich die Bucht von Ascona in eine der schönsten Feuerwerkskulissen der Südschweiz: Ab 19.30 Uhr Grillfest und Livemusik auf der Piazzale Torre, um 22.30 Uhr das grosse Feuerwerk über dem Golf von Ascona. Von einem Boot aus lässt sich das Spektakel ganz ohne das übliche Seepromenaden-Gedränge geniessen.
Anfang Juli sorgt zusätzlich das Festival "Luci e Ombre" in Locarno-Muralto für ein weiteres Feuerwerk am See, kombiniert mit Musik und Verpflegungsständen entlang der Seepromenade.
Der Lago Maggiore tickt nach einem klassischen Tagesrhythmus aus zwei thermischen Winden: Am Morgen weht bis etwa 10.30 Uhr die Tramontana aus Norden, dann legt sich der Wind für eine Weile, bevor ab Mittag die Inverna aus der Gegenrichtung einsetzt. Beide entstehen durch das Zusammenspiel von See und umliegenden Bergen — nachts kühlt das Bergland schneller aus als das Wasser, tagsüber ist es umgekehrt.
Für Windsurfer und Segler gilt das Nordufer an der Schweizer Grenze als besonders zuverlässig. Wer die Fahrstunde oder eine Törn-Planung danach ausrichtet, profitiert von einem der regelmässigsten Windmuster unter den Schweizer Seen — Wettervorhersagen bleiben trotzdem sinnvoll, da beide Winde bei Südföhn-Lagen ausbleiben können.
Am Nordufer gibt es eine offizielle Slipanlage zum Ein- und Auswassern sowie eine rund um die Uhr zugängliche Tankstelle — beide rund um den Hafen von Locarno.
Der Lago Maggiore liegt grösstenteils auf italienischem Gebiet, nur der Nordteil ist Schweiz — entsprechend gilt hier nicht einfach die übliche Schweizer Binnenschifffahrtsverordnung unverändert. Für den gesamten See, auch den italienischen Teil, besteht eine Kennzeichnungspflicht für alle Boote über 2.5 m Länge. Auf Schweizer Seite ist für die eigene Fahrt ein gültiger Schiffsausweis vorzuweisen; bei einem Aufenthalt von mehr als einem Monat kommen eine kantonale Liegeplatzbewilligung und eine jährliche Bootssteuer des Kantons Tessin hinzu. In der inneren Uferzone (150 m ab Ufer) gilt ein grundsätzliches Fahrverbot für Motorboote, ausser zum An- und Ablegen, Festmachen oder Passieren enger Stellen.
Die Isole di Brissago und ihr botanischer Garten stehen unter besonderem Schutz — Rücksicht auf die Vegetation und die offiziellen Besucherwege ist Pflicht, freies Ankern direkt an der Insel ist nicht vorgesehen. Wer dort anlegen will, sollte sich vorher bei der Hafenverwaltung Ascona oder Brissago erkundigen.