Der Zürichsee ist mit über 20 aktiven Bootsschulen das dichteste Revier der Schweiz für den Erwerb des Bootsfahrausweises.
Vom Zürcher Seebecken bis nach Rapperswil-Jona bieten Dutzende Bootsschulen Kurse für Kategorie A (Motorboot) und Kategorie D (Segelboot) an. Die Prüfung findet je nach Anbieter direkt auf dem See statt, viele Schulen bieten auch Theorie- und Praxiskombinationen an.
Die Preise variieren je nach Schule, Kursdauer und gewählter Kategorie. Ein Vergleich lohnt sich vor allem bei den Zusatzkosten für Prüfungsgebühren, Bootmiete und Versicherung, die nicht überall gleich ausgewiesen werden.
Typische Ausgangspunkte für Fahrstunden am Zürichsee sind Zürich, Wädenswil, Horgen, Thalwil und Rapperswil — die meisten Schulen holen Kursteilnehmende direkt am jeweiligen Hafen ab.
Wer einmal die Segel streicht und bei der Klosterinsel Ufenau vor Anker geht, versteht schnell, weshalb dieser Fleck zu den beliebtesten Ankerplätzen am ganzen See zählt. Die Insel gehört seit dem Jahr 965 dem Kloster Einsiedeln, ist weitgehend naturbelassen und lässt sich in einer knappen Stunde umrunden. Wer an Land geht, findet im "Haus zu den zwei Raben" von 1681 die Inselwirtschaft Ufnau — ein Gartenrestaurant, das von April bis Oktober offen hat und auffährt, was der See und die klostereigenen Wiesen hergeben: frische Felchen-Chnusperli vom Zürichsee-Fischer, Fleisch von den Galloway-Rindern rund um Einsiedeln und ein eigener Räuschling aus dem Klosterweinberg.
Zum Ankern selbst lohnt sich vorher ein Blick auf die Tiefenlinien und genug Abstand zu den Nachbarbooten, damit das Schiff bei drehendem Wind frei schwoien kann. An lauen Sommerabenden liegen hier oft ein Dutzend Boote dicht an dicht vor Anker — ein Stück Ferienstimmung mitten im Kanton Zürich, für alle mit eigenem Boot in Griffweite.
Am ersten August-Wochenende verwandelt sich der obere Zürichsee beim Seenachtfest Rapperswil-Jona in eine der grössten Seebühnen der Schweiz. Freitag- und Samstagabend steigt jeweils um 22.30 Uhr ein grosses Feuerwerk über dem Wasser, zuvor zieht am frühen Abend die Patrouille Suisse mit ihren sechs F-5-Tiger-Jets tief über den See. Wer diese Tage mit dem eigenen Boot auf dem Wasser verbringt, sieht beides aus erster Reihe: die Formationen der Patrouille Suisse ziehen praktisch über die Mastspitze, und das Feuerwerk spiegelt sich doppelt, einmal am Himmel und einmal auf der Wasseroberfläche rundherum.
Wer das erleben will, sollte früh genug einen Ankerplatz ausserhalb der Sperrzonen suchen — an diesen Abenden liegen deutlich mehr Boote auf dem See als sonst, entsprechend gilt besondere Vorsicht bei Manövern in der Dämmerung.
Der Zürichsee kennt zwei prägende Windlagen, die sich in etwa die Waage halten. Die Bise weht aus Nordost bis Nord und gilt unter Seglern als der schönste Wind auf dem See: Bei "oberer Bise" lässt sich der See in voller Länge auf einem Schlag befahren. Ergänzt wird sie an sonnigen Nachmittagen durch einen thermischen Wind aus Südwest, der entsteht, weil sich das umliegende Hügelland schneller erwärmt als das Wasser — am Nachmittag ist dieser Effekt besonders am rechten Seeufer beim Pfannenstiel spürbar, weshalb erfahrene Segler dort gezielt näher ans Ufer gehen.
An vielen Tagen ist es allerdings schlicht windstill, dann bleibt höchstens eine leichte Thermik. Wer den Wind für die Fahrstunde oder eine Tour verlässlich einschätzen will, greift am besten auf eine aktuelle Windvorhersage zurück statt sich allein auf diese Grundmuster zu verlassen.
Für einen festen Liegeplatz gibt es an den meisten Häfen lange Wartelisten. Praktischer für alle ohne eigenes Boot im Wasser sind die öffentlichen Kran- und Slipanlagen zum Ein- und Auswassern sowie die wenigen Tankstellen direkt am See.
Auf Schweizer Seen gelten unabhängig vom Revier einige gesamtschweizerische Grundregeln: Innerhalb der inneren Uferzone (150 m vom Ufer) ist auf höchstens 10 km/h zu drosseln, Längsfahrten mit dem Motorboot sind dort nicht erlaubt. Es gilt zudem eine klare Vortrittsordnung: Kursschiffe (grüner Ball bzw. grünes Rundumlicht) haben immer Vorrang, danach folgen Güterschiffe, Berufsfischer (gelber Ball), Segelschiffe und erst danach Motorboote sowie Wind- und Kitesurfer. Für ein Motorboot mit mehr als 6 kW (8 PS) oder ein Segelboot mit mehr als 15 m² Segelfläche ist ausserdem ein gültiger Schiffsführerausweis Pflicht, und seit April 2025 gilt eine Melde- und Reinigungspflicht beim Wechsel zwischen verschiedenen Gewässern, um die Ausbreitung invasiver Arten wie der Quaggamuschel einzudämmen.
Am Zürichsee kommt eine lokale Besonderheit hinzu: Im Naturschutzgebiet Frauenwinkel beim Obersee, zwischen Pfäffikon und Hurden, muss ein Mindestabstand von 300 m zum Ufer eingehalten werden. Schilf- und Seerosenfelder dürfen dort nicht befahren werden, Baden ist im gesamten Schutzgebiet untersagt.